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U izradi

Almina Lisičić-Hedžić

“Der Plagiatsdiskurs in Deutschland im Zeitraum 2011-2013“

Es handelt sich um eine diskursliguistische Analyse der journalistischen Texte zu den Plagiatsaffären Schavan und zu Guttenberg durchzuführen. In der Arbeit werden die Methoden der diskurslinguistischen Analyse angewendet. Dabei können auf der Wort- und Satzebene folgende Kategorien analysiert werden: Morpheme, Komposita, Schlagwörter, Schlüsselwörter, Stigmawörter, Neologismen, Wort-, Metaphern-, Bildfelder, Phraseologismen und syntaktische Merkmale wie Satzlänge, -arten und -komplexität. Auf der Textebene werden das Layout, der Aufbau, die Intention eines Textes, Sprechakte, Topoi und Argumentationsformen, Präsuppositionen und Implikaturen sowie Frames, Schemata, Muster und Skripts untersucht. Über den Einzeltext hinaus analysiert man: Themenstrukturen, Themenfelder, Subthemen, Themenentfaltung, Diskursstrategien, Typographie, Farb- und Bildeinsatz, Designstil, Text-Bild-Beziehungen, Multimedialität, Animation und Verlinkung (vgl. Niehr 2014:66).
Auf der Ebene der Lexik werden die im Korpus vorkommenden Wortbildungen und Wortbildungsmuster mit dem Morphem „Plagiat“ bzw. die Wortbildungsaktivität des Basismorphems „plagi“ analysiert. Anschließend werden die Diskursfunktionen dieser Wörter (Schlagwörter: Stigma- und Fahnenwörter) untersucht. Die eigentlich zum Bereich der Politolinguistik gehörende Analyse der Schlagwörter spielt bei dieser diskurslinguistischen Untersuchung eine wichtige Rolle[1]. Da im Zentrum der beiden Teildiskurse zwei wichtige politische Figuren stehen, ist es unumgänglich, bei der Analyse die Methoden der Politolinguistik anzuwenden.
Ferner soll eine Begriffsanalyse/ Begriffsbestimmung vorgenommen werden. Dabei werden der Inhalt und der Umfang des Begriffs „Plagiat“ bestimmt. Es soll gezeigt werden, wie die Bedeutungskonstitution erfolgt, wie das Konzept evoziert wird und welche Schlüsselausdrücke bei der Evokation von Bedeutung sind. Anschließend wird die Analyse auf der metaphorischen Ebene und der Ebene der Argumentation fortgeführt.
Als Textorpus werden 250 Pressetexte, die zur Hochzeiten der Plagiatsaffären zu Guttenberg und Schavan in den deutschen Tageszeitungen erschienen sind, untersucht und miteinander verglichen. Es werden Texte zu den beiden Affären aus zwei Tageszeitungen und einem Wochenmagazin und die entsprechenden Leserbriefe untersucht.
Bei der Textanalyse ist es zunächst wichtig, den Aufbau des Textes festzustellen und die wichtigsten Informationen zusammenzufassen. Dadurch soll gezeigt werden, wie an die Problematik des akademischen Plagiierens herangegangen wird und wie der Begriff Plagiat in den Texten definiert wird. Es ist außerdem notwendig, festzustellen, wie und was in den Texten argumentiert wird, was die Hauptthesen und die zentralen Begriffe sind.
Eines der wichtigen Aspekte ist sicherlich, die Textsorte der zu untersuchenden Texte zu bestimmen. Die bisherigen Analysen haben ergeben, dass es sich im Falle der Plagiatsaffären zu Guttenberg und Schavan vor allem um die journalistischen Textsorten Bericht und Kommentar handelt. Aufgrund der prototypischen Merkmale dieser Textsorten gilt es zu beweisen, dass es sich auch bei den Texten aus dem Korpus um eine bestimmte Textsorte handelt, indem man sie nach den Merkmalen der entsprechenden Textsorte untersucht. Darüber hinaus sollte die Funktion des zu analysierenden Textes dem Prototyp der Textsorte entsprechen.
Um die Analyse des Plagiatsdiskurses angemessen und vollständig durchzuführen, ist es unumgänglich, sich mit den entsprechenden juristischen Texten, v.a. dem Urheberrechtsgesetz, auseinanderzusetzen.
Als erstes Ergebnis der Analyse werden die wichtigsten Daten (Hintergründe, Vorgeschichte und Vorwissen) zumöffentlichen Diskurs zusammengefasst. Die Arbeit soll im weiteren Sinne die Entwicklung und die Verwendug des Begriffs Plagiat in der Pressesprache und damit dem Plagiatsdiskurs in Deutschland im Verlauf der Plagiatsaffären Guttenberg und Schavan von Anfang 2011 bis Mitte 2013 aufzeigen. Als eines der Ergebnisse soll die Antwort auf die Frage, ob und inwiefern der Plagiatsdiskurs den Wortschatz oder andere Bereiche der Sprache beeinflusst hat, gegeben werden. Es wird eine Übersicht über die Entwicklung des Plagiatsdiskurses gegeben und es werden die sprachlichen Besonderheiten, die für den Plagiatsdiskurs charakteristisch sind, erkannt und beschrieben. Als eines der Ergebnisse werden aus dieser Arbeit die Erkenntnisse über die deutsche Kultur im gegebenen Zeitraum und im Zusammenhang mit diesem Diskurs hervorgehen.
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